18 März 2014

Rezension: "Tecumah und der Wal" von Marcel Schmäling und Kindern des Kindergartens St. Georg Pöring

Der Indianerjunge Tecumah bekommt auf einer Jagd Angst und flieht. Seitdem wird er vom ganzen Stamm verspottet.
Bei einer Waljagd bekommt er eine zweite Chance, doch auch da kann er keine Beute machen. Diesmal allerdings nicht aus Angst, sondern aus Mitleid. Als ein Sturm die Boote zum Kentern bringt, wird er dafür belohnt.

Ein schönes Märchen zum Vorlesen für Vorschulkinder, das Verständnis für die indianische Kultur und einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen vermittelt.

Gerade die Zusammenarbeit mit einem Kindergarten an dem Projekt macht das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Hier geht es zum Traumfänger-Verlag

Rezension: Offizielle Marvel-Comic-Sammlung 50 "Fallen Son - Der Tod von Captain America"

Der Krieg unter den Superhelden ist vorbei. Nur eine kleine Gruppe Helden agiert noch vom Untergrund aus ohne Registrierung.
Captain America wird wegen seiner Beteiligung am Widerstand angeklagt. Doch auf dem Weg zu mGericht wird er erschossen.

Der Tod Captain Americas weckt auf den ersten Blick Assoziationen an Supermans Tod. Doch dieser Band hat nichts mit DCs dynamischem Actionepos gemein. Vielmehr geht es darum, wie die Helden mit dem Verlust fertig werden.
Iron Man, Spider-Man, Falcon, Kid und Wolverine müssen sich fragen, ob sie nicht eine Mitschuld tragen.
Der von den Toten zurückgekehrte Hawkeye wird mit der Aussicht konfrontiert, die Tradition weiter zu tragen.
Trotz des drohenden Krieges mit Atlantis ist selbst Namor in einigen nachdenklichen Szenen mit dabei.

Den Captain America-Comics wird oft nachgesagt, sie wären zu sehr amerikanische Propaganda. Doch dabei dürfte diese Serie wohl die unamerikanischste, weil kritischste Marvels sein.
Auf der einen Seite die symbolische Verkörperung des amerikanischen Traums, auf der anderen die Konfrontation mit der harten Wirklichkeit unter der Oberfläche.

Der "Civil War" und "Fallen Son" erschienen, als das Heimatschutzgesetz in den USA durchgeboxt wurde. Damit hatten diese Comics einen sehr großen Symbolwert. Gerade das Ende Captain Americas, der den Freiheitsgedanken widerspiegelt, war damals ein deutlicher Fingerzeig Richtung Washington.

11 März 2014

Rezension: "Wie ein Funke im Feuer" von Kerstin Groeper

Black Hills 1790

Auf einem Erkundungsritt treffen die Lakota Tanzt-im-Feuer und Taschunka-Ayuchtata auf ein Cheyenne-Mädchen. Damit sie ihrem Volk nichts von der Anwesenheit der Lakota sagen kann, verwunden sie sie. Doch Tanzt-im-Feuer bekommt Mitleid und verhindert, daß sein Bruder sie tötet. Seitdem geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf.
Sein Bruder entführt sie später während eines Raubzugs und macht sie Tanzt-im-Feuer zum Geschenk. Doch dieser entscheidet sich, sie zu ihrem Volk zurück zu bringen.
Auf dem Weg verlieben sich Taischeé und Tanzt-im-Feuer ineinander.
Das Cheyenne-Dorf jedoch ist weiter gezogen und so ist es ein weiter und harter Weg, bis es zu einem freundschaftlichen Bündnis der Stämme kommt.

Kerstin Groeper verlegt die Handlung ihres Romans ins späte 18. Jahrhundert.
Die Weißen sind noch nicht so tief ins Innere des amerikanischen Kontinents vorgedrungen und so befasst sich der Roman ausschließlich mit der Lebensweise der Indianer und ihrer Beziehung zu anderen Stämmen.
Und doch wird schon deutlich, was nicht einmal 100 Jahre später zu ihrer tragischen Niederlage führen wird: Die Rivalitäten und Feindseligkeiten der Stämme untereinander schwächen die Völker.

„Wie ein Funke im Feuer" – dieser poetische Titel scheint auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang zu dem Roman zu stehen.
Doch wenn man die Lebensweise der Indianer genau betrachtet, beschreibt er diese am besten. Der einzelne Indianer ist wie ein Funke, ein wichtiger Teil des ganzen Stammes (oder Feuers, um beim Bild zu bleiben). Doch wenn dieser Funke abgebrannt und erloschen ist, brennt das große Feuer dennoch weiter.
So endet die Geschichte mit dem Tod Tanzt-im Feuers auch nicht, sondern wird von anderen weitergetragen. Andere kleine Funken und Flammen, die das große Ganze am Leben halten.

Kerstin Groeper hat selbst viele Kontakte zu amerikanischen Urweinwohnern und beschäftigt sich sehr viel mit indianischer Kultur.
So kann sie völlig unverklärt ein lebendiges und authentisches Bild der alten Lebensweise in ihren Büchern widerspiegeln.

Wie gewohnt werden im Anhang des Buches einige beachtens- und unterstützenswerte Hilfsprojekte vorgestellt.

Der Traumfänger-Verlag hat auch einen Stand auf der Leipziger Buchmesse und die Mitarbeiter freuen sich auf Besucher und ihre Fragen.

Rezension: Offizielle Marvel-Comic-Sammlung 49 "Civil War"

Bei einem Einsatz des unerfahrenen Superheldenteams „New Warriors“ kommt es zu einer Katastrophe. Der Superschurke Nitro zerstört im Kampf einen kompletten Stadtteil. Es gibt fast 900 Tote, darunter viele Kinder.
In Folge dieser dramatischen Ereignisse fordert die Regierung, daß alle Superhelden registriert werden und unter offizieller Kontrolle agieren.
Captain America leistet Widerstand gegen diesen Gesetzesentwurf und geht erneut in den Untergrund, wo er ein Team um sich sammelt.
Iron Man und Mr. Fantastic jedoch unterstützen den Entwurf. Es kommt zu einem erbitterten Kampf zwischen ehemaligen Freunden, bei dem es sogar Tote gibt.

„Civil War“ war ein Großereignis, das sich durch alle Marvel-Serien zog. Die kompletten Beziehungen der Helden zueinander wurden über den Haufen gewürfelt und neu geordnet.
In diesem Buch liegt die Kerngeschichte gebunden vor.
Den Leser erwartet ein knallharter, aber auch sehr emotionaler Actionthriller, an dessen Ende die größte und schmerzhafteste Niederlage in der Geschichte der Superheldencomics steht.

Bei jedem größeren Epos (egal ob Marvel oder DC) wird versprochen, daß das jeweilige Superheldenuniversum danach nicht mehr das selbe wäre.
Bei „Civil War“ trifft dies in vollem Umfang zu.

03 März 2014

Rezension: Mosaik 459 "Circus Spontifex"

Die neue Serie im MOSAIK hat begonnen. Also Zeit, die erfolgreichste deutsche Comicserie auch endlich einmal näher zu beleuchten.

Ein weiterer Zeitsprung bringt die Abrafaxe ins Germanien des Jahres 100. Hier treffen sie auf den etwas skurrilen Circus "Pontifex". Spurius Superbificus Pontifex will mit seinem reisenden Circus die Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe ablösen.
Den germanischen Stamm der Chatten bewegen andere Sorgen. Denn um den Frieden zu sichern will der römische Kaiser Marcus Ulpius Trajanus die Kinder mehrerer germanischer Häuptlinge nach Rom bringen lassen.
Um seinen eigenen Einfluß zu vergrößern, will der Senator Aulus Flavius jedoch einen Krieg mit Germanien provozieren. Er schickt seinen Sklaven Occius, der verhindern soll, daß die Friedgeisseln sicher nach Rom kommen.
Die Abrafaxe, die sich dem Circus angeschlossen haben, geraten bereits auf dem Weg nach Rom in die Klemme, als durch ein Mißverständnis am Limes Kämpfe zwischen der Zenturie und der Grenzbesatzung ausbrechen.

Ein fahrender Circus im alten Rom?
Manchem Mosaik-Kenner werden da Erinnerungen kommen. Denn auch die Digedags hatten in ihren erstem Jahren diese Idee. Und daran wird auch in einem kleinen Seitenhieb angespielt: Die drei süßen, als Löwen verkleideten Hunde heißen Digg, Dogg und Diggedogg.

Abrafaxe im alten Rom -Viele werden sich bei dem Gedanken an Asterix erinnert fühlen. Und tatsächlich hat sich der Stil im Vergleich zur vorigen Serie geändert und weist Ähnlichkeiten  mit dem französischem Nationalcomic auf. Besonders die Wutanfälle Wigbalds oder die Gestik und Haltung Titus Julius Prudentius sind sehr ähnlich.
Doch keine Angst, wo MOSAIK draufsteht ist auch MOSAIK drin.

Kleine Albernheiten können sich die Zeichner nicht verkneifen und zeigen uns gleich zu Beginn,wo der Frosch die Locken hat.
Und wer genau hinschaut wird auch einen liebgewonnen, gepunkteten Bekannten im Heft wiedertreffen.

Im Magazinteil werden die Leser mit dem damaligen Leben im alten Rom und einer Wohnstätte im alten Germanien vertraut gemacht.

Wer das MOSAIK neu kennen lernen will oder nach einer Pause wieder einsteigen möchte - jetzt ist die perfekte Gelegenheit dafür

14 Februar 2014

Gedanken zum Valentinstag

469 wurde der Valentinstag als Gedenktag eingeführt. Heute ist der 14. Februar.
Viele fühlen sich genervt, halten das ganze nur für ein Marketing der Süssigkeiten- und Blumenindustrie. Und liegen leider nicht mal falsch damit.
Andere sagen, wenn man jemanden wirklich liebt, tut man das das ganze Jahr und braucht einen solchen Tag nicht.   Auch richtig.
Aber dann merken wir, wie oft uns der Alltag einholt. Das Zusammenleben wird selbstverständlich und zur Gewohnheit. Vielleicht ist ein solcher Tag doch nicht ganz so verkehrt. Nicht wegen der Geschenke oder des Hypes um diesen Tag, sondern um sich mal wieder seiner Lieben bewußt zu werden.

07 Februar 2014

Kanzlerhandy ausspionieren geht nicht?

Egal, ob man die BILD liest oder nicht, wenn man irgendwo hin geht, fällt einem zumindest die erste Seite ins Auge.
"Schröder äußert sich "Kanzler-Handy abhören geht gar nicht"" So oder ähnlich hieß es gestern wohl.
Hat der Mann jetzt jeden Sinn für Realität verloren?
Es geht nicht, daß überhaupt ein Handy abgehört wird. Punkt und aus!!!

Kaum koaliert die SPD mit der CDU, kommt dieser Saurier wieder aus seinem Loch gekrochen und leckt der Kanzlerin den Arsch.
Und eine Kanzlerin, die sich öffentlich hinstellt und lautstark propagiert "Über öffentliche Überwachung darf man nicht diskutieren, das muß man einfach machen." soll sich, wenn sie plötzlich selbst abgehört wird, besser ganz ganz still und bedeckt halten statt sich darüber zu echauffieren, wenn sie plötzlich Opfer ihrer eigenen Verbrechen wird.

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