Posts mit dem Label sozialkritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label sozialkritik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

13 Dezember 2012

Buchrezi: "Wer die Geister stört" von Ulrich Wißmann

Ich habe die beiden Romane um Frank Begay, den Navaho-Stammespolizisten gleichzeitig bekommen, hatte also eine 50:50 Chance. Im Klartext heißt das, ich habe mich natürlich vergriffen und mit dem zweiten Teil angefangen. :)
Ist aber nicht schlimm, der Roman funktioniert durchaus eigenständig, macht also eine Vorkenntnis des Charakters nicht unbedingt erforderlich.

Nun bin ich nicht unbedingt der große Krimi-Leser. Doch dieses Buch hat es mir sehr angetan. Was mich daran reizte, waren die zwei Schichten, in denen der Roman aufgebaut ist:

1.) natürlich die Romanhandlung.
Bei den Plänen für den Straßenbau und die Nutzung des Mount Graham verschärfen sich die Differenzen zwischen den Betreibern des Observatoriums und den Apachen. Als ein Geologe verschwindet wird der Navaho-Polizist Frank Begay um Hilfe gebeten. Er ermittelt nun unter Indianern, Naturschützern und Mitarbeitern des Observatoriums. Dabei wird er unter anderem auch mit Gesetzwidrigkeiten beim Bau des Sternenwarte konfrontiert, in die auch der Vatikan und das Max-Planck-Institut verstrickt waren.
Der Krimi ist gut aufgebaut und spannend. Anfangs scheint das Mordmotiv klar und es kommen zwei gegensätzliche Interessengruppen als Verdächtige in Frage. Umso schöner dann die überraschende Auflösung (nein, die verrate ich hier nicht). Und die Hilfe kommt von gänzlich unerwarteter Seite. Zwar verschiebt das die Handlung ein wenig in den Bereich Mystery, doch auch das schadet dem Buch nicht, im Gegenteil, es unterstützt die eigentliche Kernaussage.
Sehr schön sind auch die historischen Bezüge zu lesen, die anfangs nur die Bedeutung des Berges zu verdeutlichen scheinen, später aber einen wichtigen Einfluß auf die Handlung nehmen.

2.) die sozialkritischen Aspekte, die wohl den wichtigeren Teil des Buches ausmachen
Auf dem Mount Graham befindet sich ein Observatorium, gegen das verschiedene Gruppen Widerstand leisten. Die Probleme sind hierzulande nur wenigen bekannt und gerade deshalb ist es zu begrüßen, daß Ulrich Wißmann darauf aufmerksam macht.
Zum ersten handelt es sich bei dem Mount Graham oder Dzil Nchaa Si An, wie ihn die Apachen nennen, um ein Heiligtum der Apachen, das durch die Bauprojekte geschändet wird. Der "große sitzende Berg" ist im Schöpfungsmythos der Apachen der Berg, an dem sie die "32 Gesänge des Lebens" erhielten. Zudem ist er eine Begräbnisstätte.
Das Konsortium, das die Teleskope betreibt, weigert sich, diesen Ort als religiöse Stätte anzuerkennen. Um sie als solche zu bestätigen müssten sakrale Bauten oder zumindest Überreste zu finden sein. Die Apachen als schamanistische Religion kennt aber solche Bauwerke nicht. Die Gräber reichen angeblich nicht aus, um den Berg als heiligen Ort zu kennzeichnen. Der Vatikan, der mit zu den Betreibern gehört, hat offen ausgesagt, daß sie alles unternehmen wollen, um die Religion der Apachen zu unterdrücken und auszumerzen und dieses Projekt sowie die weiteren Bauvorhaben sind ein großer Bestandteil dieser Bestrebungen.
Weiter wichtig ist der Berg in seiner Bedeutung als Lebensraum. Durch seine Höhe und seinen Standort bietet er sechs verschiedene Klima- und Wetterzonen und ist Lebensraum verschiedener Pflanzen und Tiere, die ausschließlich dort vorkommen. Berühmt ist vor allem das Mount Graham - Rothörnchen. Das Observatorium und die Zufahrtstraße wurden entgegen aller gesetzlichen Richtlinien und Bestimmungen gebaut, Baustops und mit dem Bau verbundene Bedingungen wurden bewußt ignoriert und ganze Waldflächen trotz Verbots gerodet.

Egal, ob man sich über solche Probleme informieren möchte oder einfach "nur" einen guten und spannenden Thriller sucht, dieses Buch bietet beides.

Hier findet man die Internetpräsenz des Verlags

Wer sich über das heutige Leben der Indianer informieren oder sich sogar selbst engagieren möchte, wird hier fündig

03 Dezember 2012

häßliche Menschen

Ich meine nicht das Aussehen. Niemand kann etwas dafür und niemand hat das Recht, jemanden nach seinem Aussehen zu beurteilen.
Ich meine mit "häßliche Menschen" etwas ganz anderes und diese erschrecken mich wirklich.

1. Einigen begegne ich regelmäßig bei der "Tafel". Nun urteile ich über niemanden, weil er ALGII bekommt (bekomme ich ja auch). Aber was ich schlimm finde: Viele haben sich damit abgefunden. Sie richten ihr ganzes Leben darauf aus, ihr Tageshöhepunkt besteht aus dem Besuch in der Löffelstube bzw. dem Einkauf bei der Tafel und sonst ist da nichts. Außer dem Tratsch über andere ALGII-Empfänger. Daraus besteht ihr ganzes Sozialleben.

2. Mehrfach auf dem Weg zum Praktikum erlebt: Man kommt früh zur Bushaltestelle, wo junge Schüler ebenfalls auf den Bus warten. Eigentlich hätten sie noch alle Chancen im Leben. Und wo liegen ihre Interessen? "Wer hat gestern wie bei DSDS abgeschnitten?"

3. Verantwortung und Wirtschaftswachstum. Das scheint sich heutzutage auszuschließen. Überall wird man auf ernste Probleme aufmerksam gemacht, die überaus üble Konsequenzen nach sich ziehen. Und die Verantwortlichen in Regierung und Wirtschaft argumentieren, daß Wirtschaftswachstum vorginge. Daß die so reden ist ja noch klar, das schlimme daran: Die Bevölkerung stimmt ihnen zu und redet das nach.
Geringe Löhne? - Hauptsache Wirtschaftswachstum
gesunkene Sozialleistungen? - Hauptsache Wirtschaftswachstum
minderwertige und gesundheitsgefährdende Lebensmittel? - Wirtschaftswachstum
Massentierhaltung, Gentechnik, Vertreibungen (auch in Deutschland), unzureichende Versorgung mit Medikamenten, Versorgung mit falschen und gefährlichen Medikamenten - Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum, Wirtschaftswachstum

01 Oktober 2012

Warum mich "Sex and the City" deprimiert

Den Hype um Comedyserien habe ich nie verstanden. Zwar sehe ich mir gern mal eine an, lache auch darüber (manchmal), aber dann ist es wieder gut. Wie die aber zu solchen Kultserien erhoben werden, kann ich dann nicht mehr nachvollziehen.
Meine Mutter war großer Fan von "Sex and the City", und zwangsläufig habe ich ein paar Episoden mitbekommen. Gerade diese Serie ging mir echt an die Nieren. Da werden Menschen als Mittel zur Lustbefriedigung benutzt und danach weggeworfen, das ganze Leben der Protagonisten dreht sich um Belanglosigkeiten und großes Trara wegen der selbstverständlichsten Dinge und das wird als normal oder im schlimmsten Fall sogar als Vorbild angesehen. Sind Menschen wirklich zu so leeren Hüllen geworden, wie durch diese Serie suggeriert wird?
Dazu fällt mir nur ein Schlüsselsatz aus der ersten Episode ein: "Wie konnte uns das nur passieren?"

23 August 2012

Sponsoring

Ich habe diese Woche gelesen, daß ein gewisser Hersteller von Frühstücksflocken seinen Sponsorvertrag für eine Fußballmannschaft verlängert hat. Klar, ein gewisses Auftreten und Image ist notwendig, um ein Produkt bekannt zu machen und zu repräsentieren.
Aber wieso kommt nicht mal so ein Großkonzern auf die Idee, statt einer Gruppe von Leuten, die bereits Millionen verdienen, eine alleinerziehende arbeitslose Mutter mit drei Kinder zu sponsorn?
Oder ein Theater, einen Kindergarten, ein Umweltschutzprojekt, ein Tierheim oder ähnliches?

Labels

1984 (1) A. F. Morland (1) Abrafaxe (2) Action (2) Actionfilm (1) Adam Roberts (1) AJ (1) Alfred Pompe (1) Alfred Wallon (2) ALGII (1) Angela Merkel (4) Apachen (1) Arndt Ellmer (1) Arnold Schwarzenegger (1) Ausschreibung (1) Ausstellung (1) Avengers (1) Bad Bones (1) Bane (1) Bankenrettung (1) Bär (1) Batman (1) Batman begins (1) BDSM (2) Bernhard Hennen (1) Big Show (1) Black Cat (1) Blutlabor (1) Bobby Heenan (1) Borg (1) Boris Koch (1) Brooklyn Brawler (1) Brüderle (1) Buch (5) Buchrezension (12) Burg Frankenstein (1) Captain America (1) Captain Robert Norad (2) Carolin Gmyrek (1) CDU (3) Christiane Lind (1) Christoph Hardebusch (1) Christoph Marzi (1) CM Punk (1) Comedy (2) Comic (15) Comicrezension (3) Comics (1) Comicverfilmung (1) Cthulhu (3) Cybermen (1) Daleks (1) Dämonen-Land (12) Dämonenland (13) Daniel Bryan (1) Dark Knight (1) Dark Knight rises (1) Das Bildnis des Dorian Gray (1) Das letzte Einhorn (1) DC (1) DDR (2) De-Genereration X (1) Deadpool (1) Der Hexer (1) Der Hobbit (1) Der Sog (1) Digedags (1) Doctor Who (3) Donald Pleasence (1) Dr. Strange (1) Dracula (1) Drakula (1) Dreh (1) Eigenverantwortung (1) Einhorn (1) Einhörner (1) Entenrennen (1) Enterprise (1) Erotik (1) ESM (1) Fabienne Siegmund (1) Fantastic Four (1) Fantasy (5) Faulfleisch (1) FDP (6) Feen (1) Fernsehen (1) Film (9) Filmrezension (4) Frank Begay (3) Frauenquote (1) freie Meinungsäußerung (1) Friedhelm Schneidewind (1) Fußball (1) Geld (1) Geldtips (1) George Orwell (1) George Romero (1) German Psycho (1) Geronimo (1) Geschichte (2) Gesellschaft (1) Gesellschaftskritik (1) Gothic (2) Groteske (1) Gummienten (1) Hannes Jaenicke (1) Hans Brinkmann (1) Hardy Hartmann (1) Haribo (1) HartzIV (1) Hawkeye (1) Heath Ledger (1) Heavy Metal (1) Heino (1) Hekticket (1) historisch (2) Hivar Kelasker (1) Hopi (1) Hörbuch (1) Horror (18) Horrorwestern (3) Hugh Walker (2) Hulk (1) Humor (4) Ian Fleming (1) Indianer (5) Internet (1) Iron Man (1) James Bond (2) Jan Flieger (3) Jerry Lawler (1) John Carradine (1) John Cena (1) John Kay (1) Joker (1) Jugend von heute (1) Kai Meyer (1) Kamala (1) Kannibalismus (1) Kapitalismus (2) Karl-Heinz Witzko (1) Katze (1) Katzen (1) Kinder (1) Kinderbuch (1) Kinderspielplatz (1) Klingonen (1) Knut (1) Komödie (3) Konzert (1) Korruption (1) Krimi (3) Kultur (1) Kunst (4) Kunst in der Ruine (2) Lakota (1) Laura Palmer (1) Leere Galerie (1) Legion der Superhelden (2) Les Willcox (1) Lesung (2) Lifestyle und Szene (1) Limbach-Oberfrohna (1) Lindt (1) Literatur (61) Lothar Becker (2) Louis L´Amour (1) Lovecraft (2) Lustiges (2) Macho Man Randy Savage (1) Magdalena Berger (1) Marc Gore (1) Märchen (2) Märchenzeit (2) Marcus Cyris (1) Marvel (5) Meckerecke (48) Meinungsfreiheit (1) Menschenrechte (2) Michael Cole (1) Mick Foley (1) Milch (1) Monika Felten (1) Mosaik (2) Mount Graham (1) Mr. Perfect (1) Musik (3) Nachruf (1) Nathalie Gnann (1) Navaho (3) Neal Davenport (1) Neuigkeiten (3) Norad (1) Norman Liebold (1) NPD (1) Oglala (1) Oscar Wilde (2) Ostalgie (1) Parodie (3) Peter S. Beagle (1) Philosophie und Nachdenkliches (9) Piratenpartei (1) Politik (3) Rächer (1) Ralf Isau (1) Ras Al Ghul (1) Raumschiff Highlander (2) Raven (1) RAW (1) RAW 1000 (1) Recht (1) Rechtschreibung (2) Repo Man (1) Respekt (1) Reverend Slick (1) Rezension (10) Ric Flair (1) Ritter (1) Robert Amper (1) Rock´N´Wrestling Bash (1) Romane (1) Romulaner (1) Rona Walter (1) Satire (1) Scarecrow (1) Schamanismus (1) Schellackouvertüren (1) Schlümpfe (1) Science Fiction (3) Sex and the City (1) Sexismus (1) Shawn Michaels (1) She-Hulk (1) SM (2) Sonja Bender (1) sozialkritik (4) Spider-Man (1) Spiderman (3) Spielplatz (1) Splatter (1) Splatterpunk (1) Sponsoring (1) Sprache (2) Stadtfest Chemnitz (1) Star Trek (5) Star Trek The Next Generation (1) Stefanie Maucher (1) Stephanie McMahon (1) Stilbruch Movies (1) Superheld (2) Superheldenfilm (1) Tag der Sachsen (1) Tardis (3) Tauschliste (1) Team Deutschland (1) Terrance Dicks (2) The Rock (1) Thomas Backus (1) Thor (1) Thriller (1) Tierheim (1) Tierpark (1) Tierschutz (3) Tipps (1) TNA (1) Tolkin (1) Tony Ballard (3) Triple H (1) Twin Peaks (1) Ulrich Wißmann (3) Umgang (1) Umweltschutz (1) Unheilig (1) Unrechtsstaat (1) Urheberrecht (2) Vampire (1) Vegan (1) vegetarisch (1) Venom (2) Verletzungsgefahr (1) Vernissage (1) Video (1) Vince McMahon (1) Vincent Price (1) Vincent Voss (1) Wahl (2) Wahlkampf (2) Weltgeschehen (6) Werwolf (1) Western (5) Wieland Freund (1) Wolfgang Hohlbein (1) World Wrestling Federation (1) Wounded Knee (1) Wrestling (4) WWE (1) WWF (1) Youtube (1) Zensur (1) Zigaretten (1) Zombie (2) Zombiefilm (1) Zombieroman (1)