Mit der Reihe "Pioniere des Westens" startet wieder eine Serie historischer Western, unter anderem von Alfred Wallon.
Diesmal geht es um den Eisenbahnbau, genauer um die Rivalitäten zwischen der Denver & Rio Grande Railroad und der Atchison, Topeka & Santa Fe Railroad.
Zwischen beiden Gesellschaften gab es immer wieder Reibereien, die des Öfteren auch in gewaltätigen Auseinandersetzungen ausarteten.
Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte von Clay Caldwell, der durch die gewissenlosen Methoden der DRG seinen Vater und die Farm der Familie verloren hat. Also schlägt er sich auf die Seite der ATSF. In Leadville findet er seinen vermissten Bruder wieder, der sich als Gunman verdingt hat und auf der Seite der DRG steht. Der Konflikt zwischen den beiden spitzt sich immer weiter zu und scheint nur auf ein Ergbnis hinaus laufen zu können.
Die Geschichte um Clay und Johnny Caldwell, Amy Blaine und Paul Sheridan ist natürlich rein fiktiv und erinnert sehr stark an die alten Western aus den 50ern und 60ern. Gerade bei dem Treffen von Clay und Amy im Hotel sieht man die alten Streifen fast bildlich vor sich. Dabei handelt es sich aber nicht um einen reinen Abklatsch, sondern vielmehr um eine liebevolle Hommage eines Fans des Genres.
Die historischen Fakten dagegen sind gut recherchiert und sehr verständlich aufgearbeitet. Viele Romane, die sich mit dem Label "historisch" schmücken, sind reine Abenteurromane, die einfach nur irgendwann in der Vergangenheit spielen. Die Romane Wallons jedoch verdienen diese Bezeichnung in jeder Hinsicht und könnten neben dem reinen Lesespaß sogar im Geschichtsunterricht verwendet werden.
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16 April 2013
14 November 2012
Buchrezension: Western-Legenden Band 30 "Die Hölle von Julesburg" von Alfred Wallon
Historische Romane lagen in den letzten Jahren stark im Trend. Dieser Begriff tat fast schon weh, bleiben doch die Glaubwürdigkeit und die historische Authentizität zwischen wandernden, herumhurenden und nebenbei Kinder-auf-die Welt-holenden Päpstinnen irgendwo auf der Strecke.
Umso beruhigender, daß es noch Romane gibt, die die Bezeichnung "historisch" noch verdienen, weil eben tatsächliche historische Begebenheiten aufgegriffen werden.
Es scheint überraschend, daß man ausgerechnet im oft geschmähten Heftromansektor darauf stößt. Hier zeigt sich wieder einmal, der Inhalt macht das gute Buch aus, nicht das Medium.
Alfred Wallon greift in dem Roman "Die Hölle von Julesburg" ein Ereignis aus dem Jahr 1868 auf.
Der Bau der Union Pacific Eisenbahnlinie führte zur Entstehung der Bretterstadt Julesburg, in der die Gleisarbeiter sich entspannen und amüsieren konnten. Natürlich lockte das auch viele Abenteurer, Glücksspieler, Betrüger und Prostituierte an, die den Arbeitern das Geld aus der Tasche zogen. Nachdem die Situation außer Kontrolle geriet und es sogar Tote gab, griff der zuständige General Casement am 4. Juli 1868 hart durch.
Natürlich haben sich die Geschehnisse nicht im Detail so abgespielt wie in dem Roman geschildert. Doch gerade die fiktiven Personen und Zusammenhänge sind es, die dem Leser ein greifbares und nachvollziehbares Bild der damaligen Zustände vermitteln.
Die Härte und Kompromißlosigkeit, mit der Casements Gruppe vorging, die schnell ausgesprochenen und harten Urteile, mögen heute vielen moralisch fragwürdig erscheinen, doch es ist immer leicht, mit Abstand ein solches Urteil zu fällen über eine Zeit, in der man mit anderen Problemen konfrontiert war und der Überlebenskampf rauher war als heute.
Vielleicht hilft Wallons Roman, diese Zeit etwas besser zu verstehen.
Man könnte noch kritisieren, daß die Charaktere in dieser Geschichte etwas oberflächlich ausgearbeitet sind.
Doch dies kann man dem Autor nicht vorwerfen. Für einen Heftroman gibt es nun einmal begrenzende Vorgaben, was die Seitenzahl angeht und diese machen Abstriche leider notwendig.
Dennoch kann man sagen, daß diese Seiten gut und lesenswert gefüllt wurden
Umso beruhigender, daß es noch Romane gibt, die die Bezeichnung "historisch" noch verdienen, weil eben tatsächliche historische Begebenheiten aufgegriffen werden.
Es scheint überraschend, daß man ausgerechnet im oft geschmähten Heftromansektor darauf stößt. Hier zeigt sich wieder einmal, der Inhalt macht das gute Buch aus, nicht das Medium.
Alfred Wallon greift in dem Roman "Die Hölle von Julesburg" ein Ereignis aus dem Jahr 1868 auf.
Der Bau der Union Pacific Eisenbahnlinie führte zur Entstehung der Bretterstadt Julesburg, in der die Gleisarbeiter sich entspannen und amüsieren konnten. Natürlich lockte das auch viele Abenteurer, Glücksspieler, Betrüger und Prostituierte an, die den Arbeitern das Geld aus der Tasche zogen. Nachdem die Situation außer Kontrolle geriet und es sogar Tote gab, griff der zuständige General Casement am 4. Juli 1868 hart durch.
Natürlich haben sich die Geschehnisse nicht im Detail so abgespielt wie in dem Roman geschildert. Doch gerade die fiktiven Personen und Zusammenhänge sind es, die dem Leser ein greifbares und nachvollziehbares Bild der damaligen Zustände vermitteln.
Die Härte und Kompromißlosigkeit, mit der Casements Gruppe vorging, die schnell ausgesprochenen und harten Urteile, mögen heute vielen moralisch fragwürdig erscheinen, doch es ist immer leicht, mit Abstand ein solches Urteil zu fällen über eine Zeit, in der man mit anderen Problemen konfrontiert war und der Überlebenskampf rauher war als heute.
Vielleicht hilft Wallons Roman, diese Zeit etwas besser zu verstehen.
Man könnte noch kritisieren, daß die Charaktere in dieser Geschichte etwas oberflächlich ausgearbeitet sind.
Doch dies kann man dem Autor nicht vorwerfen. Für einen Heftroman gibt es nun einmal begrenzende Vorgaben, was die Seitenzahl angeht und diese machen Abstriche leider notwendig.
Dennoch kann man sagen, daß diese Seiten gut und lesenswert gefüllt wurden
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