23 Juli 2013

Rezension: Dämonenland Heft 1 "Vampire unter uns" von Hugh Walker

Die Heftromanreihe "Dämonen-Land" hat mir persönlich sehr viel bedeutet. Sie war für mich eine Inspiration zum Schreiben gewesen und ich hatte davon geträumt, irgendwann selbst einmal in dieser Reihe etwas zu veröffentlichen.
1996 wurde sie aber leider eingestellt.
Ich hatte einige meiner Hefte verliehen und nie zurück bekommen. Mehr als 10 Jahre später fiel mir eine große (aber leider nicht vollständige) Sammlung in die Hände und die alte Leidenschaft flammte wieder auf.
Irgendwann erstellte ich eine Fanseite auf Facebook und war angenehm überrascht, wie viele Fans es doch noch gibt und wie viele immer noch neu dazu kommen (durch Flohmärkte oder das Internet).
Grund genug, mich mal wieder näher mit den Heften zu befassen.
Den Anfang macht (wie könnte es anders sein) Heft 1:

"Pet" Martens glaubt, daß seine Frau ihn betrügt. Doch sie weiß nichts davon. Der Detektiv, den er anheutert, verschwindet spurlos. Und alle Zeichen deuten auf Willie Martin, den verstorbenen ersten Mann von Martha. Martha wird schwanger und alles scheint wieder gut zu sein. Doch bei der Geburt geschieht etwas schreckliches: Das Kind ist eindeutig von Willie Martin. Das Baby nimmt keine Nahrung zu sich, sondern verdaut sein eigenes Blut. Und das von anderen, das es durch Bisse oder durch Transfusionen erhält. Bei Nachforschungen stößt "Pet" auf den Zauberer Malasse, der das Ziel verfolgt, einen Untoten mit einem lebenden Menschen zu kreuzen. Doch es ist zu spät, das Baby hat "Pet" bereits unter seine Kontrolle gebracht.

Der Name Hugh Walker stand immer für außergewöhnliche Horrorromane und es scheint passend, daß mit dem Roman, mit dem bereits die legendäre Reihe "Vampir-Horror-Roman" gestartet wurde, nun auch das Dämonenland das Dunkel der Welt erblickte.
Ganz provokativ stellte Hugh Walker mit diesem Roman die Frage: "Was war zuerst da? Der Vampir oder der Vampirmythos?"

Ursprünglich erschienen als Vampir-Horror-Roman Band 1

Das Titelbild

Hier mal eine Liste der Hefte, die ich noch suche

22 Juli 2013

Rezension: Arndt Ellmer "Venom-Trilogie"

Veröffentlicht in DIE SPINNE/SPIDERMAN Hefte 250, 254, 255

Venom trifft auf etwas, das Eddie Brock nie für möglich gehalten hätte: Ein Wesen, vor dem sein Symbiont Angst hat. Telepathisch übermittelt das Kostüm, daß es sich um einen Shoggoten handelt. Eine Spezies, mit der seine Art seit Jahrmillionen im Krieg lebt.
Während Eddie einen Weg sucht, das Grauen zu bekämpfen, infiziert der Shoggote Menschen mit seinem Keim und macht sie zu untoten Dienerkreaturen.
Die einzige Waffe, die gegen ihn hilft, könnte auch den Symbionten töten.

Als kleines Extra für die Leser veröffentlichte der Condor-Verlag eine Reihe Spiderman-Kurzgeschichten von deutschen Autoren.
Arndt Ellmer lieferte hier eine Cthulhu-Geschichte mit Venom als Helden.
Schade, denn die Idee hätte durchaus das Potenzial zu einem eigenem Roman gehabt.

Titelbild von Heft 250
Titelbild von Heft 254
Titelbild von Heft 255

21 Juli 2013

Comicrezension: "Spiderman: Kravens letzte Jagd"

"Offizielle Marvel-Comic-Sammlung" Band 10

Die Vorgeschichte zu diesem Buch:
Captain America und Spiderman mußten gegen Vermin antreten, einen Obdachlosen, den Baron Zemo in ein rattenähnliches Monster verwandelt hat.

Zu diesem Buch:
Immer noch werden Menschen von Vermin verschleppt und gefressen. Als Spiderman nach ihm sucht, trifft er auf Kraven, der ihn erschießt und begräbt. Von jetzt an ist es Kraven, der in Spidermans Kostüm nach Vermin sucht und ihn am Ende schlagen kann.
14 Tage später erwacht Peter in seinem Sarg. Kraven wollte ihn nicht töten. Ihm ging es darum, seine Überlegenheit zu beweisen, bevor er stirbt. Zu diesem Zweck zwingt er Spiderman und Vermin zu einem Kampf. Er will demonstrieren, daß Spiderman versagt, wo er Erfolg hatte.
Vermin entkommt und Spiderman muß ihn erneut jagen.
Als er zurück kommt, ist Kraven tot.


Die Coimcleser wurden erwachsen und mit ihnen auch das Medium Comic. Zwei Geschichten machten diese Wendung besonders deutlich: Zum einen "Batman - Arkham Asylum" von DC, zum zweiten "Spiderman - Kravens letzte Jagd" von Marvel, die hier in gebundener Form vorliegt.
Statt der Actionszenen (die sehr gut sind), spielt sich die Geschichte hauptsächlich in den Köpfen der Figuren Spiderman-Kraven-Vermin ab, weswegen die großteils in symbolischen Bildern erzählt wird.
Ein Buch, das sich sehr schön vom üblichen "Guter Held verkloppt bösen Schurken" abhebt.

17 Juli 2013

Laudatio der Vernissage von Greyden

Heute hat die Ausstellung von Greyden in der Ruine begonnen. Hier noch mal die Laudatio zum Nachlesen:

Laudatio für Greyden

Guten Abend, meine Damen und Herren, liebe Besucher

"Niemals mehr möchte ich bei Euch stehn
Niemals mehr will ich Eure Welt verstehn
Und niemals mehr mit Euch das Leben teilen
Niemals mehr bei Eurem Tod verweilen"
Eigentlich könnte ich meine Laudatio jetzt beenden, denn diese Zeilen aus einem Lied der Autumn Angels sagen alles aus, um was es bei dieser Ausstellung geht.

Die Bilder wirken auf den ersten Blick punkig und comicartig. Erst bei näherer Betrachtung und intensivem Nachsinnen offenbart sich ihre wirkliche Ausdruckskraft.
Da werden Hirne und Herzen mit Gier, Gewalt und Konsumdenken vollgestopft, bis für freie Gedanken und Gefühle kein Platz mehr bleibt.
Doch es ist nicht die durchaus angebrachte Kritik am Kapitalismus, die thematisiert wird, es ist das Schicksal des einzelnen Individuums, das zwangsläufig diesen "Werten" geopfert wird.
Doch Greyden zerbricht nicht an seiner Verzweiflung, er bezieht aus ihr die Kraft, der Gesellschaft hasserfüllt ein Spiegelbild entgegen zu schleudern.

Da ist auch der schwarze Schatten, der immer wieder auftaucht.
Wer ist er?
Ist er eine Bedrohung, Rettung oder einfach nur ein Beobachter?
Sein Gesicht ist immer verborgen und so kann er ein jeder sein.
Ich, der Betrachter, mein bester Freund, mein ärgster Feind, ein Fremder auf der Straße oder Greyden selbst.

Was bedeutet "Greyden" eigentlich?
Es heißt "grau" oder "Der Graue".
Grau ist die Farbe, die das Potenzial zu jeder anderen Farbe in sich trägt und sich dennoch unauffällig zwischen ihnen bewegt.
Im Extrem erscheint es als schwarz oder weiß.

Ein Pseudonym kann zweierlei bedeuten. Es kann eine Maske sein, die den Menschen dahinter verbirgt oder es kann die personifizierte Selbstdefinition einer Person sein.
Der Name "Greyden" ist beides.
Er ist die Maske, die das Innere nach außen trägt, statt zu verhüllen.


Wer ist Greyden?
Er ist der unscheinbare, unbedeutende graue Niemand in der gesichtslosen grauen Menge, der eines Tages aufsteht, auf den Tisch schlägt und schreit: "Das ist nicht genug! Ich bin ein Mensch mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Ideen!" und damit zu jemand Bedeutendem wird.
Und dann erkennen wir, daß er schon lange vor der Geburt Steves da war und wir ihn kennen.
Wir kennen ihn als Fedder Fedderson aus "Metropolis", wir kennen ihn aus Charlie Chaplins bewegender Abschlußrede im "Großen Diktator", wir kennen ihn als gebrochene Existenz aus Pink Floyds "The Wall", wir kennen ihn aus "1984", aus "Brazil", aus "Farenheit 451" und aus "V wie Vendetta".
Wir kennen ihn als "Rowdy" Roddy Piper, der seine Sonnenbrille aufsetzt und "Sie leben" in die Welt schreit. Wir kennen ihn aus der Musik der deutschen Todeskunst.
Wir kennen ihn aus den Demonstrationen in der DDR 1989, aus Stuttgart und Frankfurt.
Wir kennen ihn, wann immer wir sagen "Nicht mit mir!"
Ich lade Sie ein, ihn erneut kennen zu lernen und in sich selbst wieder zu entdecken.

Vielen Dank"

Hier gibt es die Laudatio noch als Video 

Hier gibt es einen Eindruck der Ausstellung

Die Ausstellung ist vom Freitag, den 19.07. bis Sonntag, den 21.07. 2013 jeweils von 14:00-18:00 Uhr geöffnet

Kunst in der Ruine
Ziegenberg 6
09337 Hohenstein-Ernstthal

14 Juli 2013

Rückblick auf die "Leere Galerie"

Obwohl die Ausstellungsreihe "Kunst in der Ruine" 2007 als Provisorium begann, hat sie sich seitdem zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Hohenstein-Ernstthal entwickelt. Nachdem in den letzten Jahren auch bekanntere Künstler hier ausstellten, hielten wir als Organisatoren es für richtig, dieser Einrichtung den experimentellen Charakter zurück zu geben, der ursprünglich angedacht war.

So entstand die Idee zur "Leeren Galerie".
Die Idee besagte, die Galerie ohne eine konkrete Ausstellung zu öffnen und Besuchern selbst die Möglichkeit zu geben, ihre Werke mitzubringen.
10 Künstler sind dieser Einladung gefolgt und insgesamt 29 Arbeiten waren zu sehen.
Das Spektrum reichte dabei von der Kinderzeichnung bis zu den Werken international anerkannter Künstler.
Dabei mussten Unvereinbarkeiten vereinbart werden. Minimalistische, moderne und experimentelle Stücke waren ebenso zu sehen wie klassische Gemälde und Zeichnungen.
Nach dem Abbau begann im Internet die Hetze gegen die Ausstellung. Sämtliche Arbeiten wurden von Nazis pauschal als "entartete Kunst" bezeichnet.
Bereits am Mittwoch, den 17.07. 2013 findet die Ausstellungsreihe eine Fortsetzung, dann zeigt der Künstler "Greyden" eine Auswahl seiner sozialkritischen Zeichnungen.

Hier gibt es ein Video der Ausstellung

06 Juli 2013

Laudatio zur Ausstellung "LEERE GALERIE"

Gestern fand die Eröffnung der Ausstellung "Leere Galerie" statt. Für alle, die nicht da sein konnten, hier noch mal die Laudatio zum Nachlesen:

"Meine Damen und Herren
Liebe Künstler und Kunstfreunde
Liebe Gäste

Eine leere Galerie ist etwas sehr trauriges. Denn Galerien sind Orte, wo man sich trifft, um Kunst zu betrachten, sich zu unterhalten und vielleicht das eine oder andere Stück zu erwerben. Kurz gesagt, Orte, an denen Kunst lebt.
Jeder Galerist kennt das melancholische Gefühl, wenn eine Ausstellung abgebaut wurde, man noch einmal als Letzter durch die Räume geht, die Lichter ausmacht und abschließt.
Eine leere Galerie ist für einen Galeristen wie das weiße Blatt für den Künstler:
Es schreit nach dem Bild, nach Worten oder nach Noten.
Genau so schreit der leere Raum nach der nächsten Ausstellung.
Jede Ausstellung ist eine neue Herausforderung. Denn jede will für sich betrachtet werden. Man muß das Beste tun, um die jeweiligen Bilder so zu präsentieren, daß sie wirken, wie sie es verdienen.
Das Projekt "Leere Galerie" ist eine ganz besondere Herausforderung.
Ein leerer Raum, der die unterschiedlichsten Künstler einlädt, ihre Arbeiten vorzustellen.
Da müssen Unvereinbarkeiten vereinbart werden.
Da treffen die unterschiedlichsten Auffassungen und Aussagen aufeinander. Da trifft der Detailist auf den Minimalisten, der großartige Maler und Zeichner auf den Farbkleckser, Lebensfreude auf Weltschmerz und Verzweiflung.
Und so unterschiedlich die Künstler und ihre Werke sind, hat doch jeder und jedes seinen Platz und seine Berechtigung.
Ich muß gestehen, ich bin stolz darauf, die Gegensätze hier nebeneinander präsentieren zu dürfen und lade Sie gern dazu ein, die Werke zu betrachten, sich zu unterhalten, inspirieren zu lassen und den nicht mehr leeren Raum weiter zu füllen

Vielen Dank. "

Die Ausstellung "Leere Galerie" läuft noch bis zum 14.07. 2013 geöffnet ist jeweils von 14:00-18:00 Uhr
Kunst in der Ruine
Ziegenberg 6
09337 Hohenstein-Ernstthal

Hier gibt es ein Video der Laudatio

Hier gibt es noch ein paar Eindrücke der Ausstellung

27 Juni 2013

Comicrezension: "AVENGERS: Heldenfall"

"Offizielle Marvel-Comic-Sammlung" Band 34

Die Vorgeschichte zu diesem Buch:
Scarlet Witch, die Tochter von Magneto, hat zusammen mit dem synthetischen Helden Vision zwei Kinder, obwohl das unmöglich ist. Bei einem Kampf gegen Mephisto stellt sich heraus, daß sie in Wahrheit Splitter von Mephistos Seele sind. Zwar können die Rächer den Teufel bekämpfen, doch die Existenz der Kinder wird dabei beendet. Um Wanda zu schützen löschen die Rächer dieses Ereignis aus ihrem Gedächtnis.

Nun zu diesem Buch:
Der gefallene Superheld Jack of Hearts erscheint als Untoter auf dem Gelände der Rächer. Als Ant-Man mit ihm sprechen will, explodiert der Zombie und tötet Ant-Man.
Währenddessen dreht Tony Stark bei einer Rede vor den Vereinten Nationen durch. Obwohl er seit langer Zeit trocken ist, wirkt er wie betrunken.
Ein Teil der aktiven Rächer hat sich versammelt, um die Schäden der Explosion zu beseitigen. Dabei werden sie von Vision angegriffen, der ihnen noch sagen kann, daß ihn jemand gegen seinen Willen kontrolliert, bevor er zerstört wird. She-Hulk verliert die Kontrolle über sich und verhält sich wie der Hulk. Und Hawkeye wird bei einem Angriff der Kree getötet.
Jetzt erst taucht Dr. Strange auf und erklärt, daß Magie bei all diesen Vorfällen im Spiel war.
Captain America erkennt als erster, daß nur Scarlet Witch der Auslöser sein kann. Als sie sie finden, hat sie mit ihrer Magie eine Illusion ihrer Familie erschaffen. Und die verteidigt sie mit allen Mitteln.

Diese Geschichte war von Anfang an darauf ausgelegt, die Rächer vor die größte Tragödie ihrer Geschichte zu stellen. Und am Ende gibt es nur eine logische Konsequenz: Die Auflösung des Teams. Damit war der Weg frei für eine Neukonzeptionierung der Serie.

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