14 Juli 2013

Rückblick auf die "Leere Galerie"

Obwohl die Ausstellungsreihe "Kunst in der Ruine" 2007 als Provisorium begann, hat sie sich seitdem zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Hohenstein-Ernstthal entwickelt. Nachdem in den letzten Jahren auch bekanntere Künstler hier ausstellten, hielten wir als Organisatoren es für richtig, dieser Einrichtung den experimentellen Charakter zurück zu geben, der ursprünglich angedacht war.

So entstand die Idee zur "Leeren Galerie".
Die Idee besagte, die Galerie ohne eine konkrete Ausstellung zu öffnen und Besuchern selbst die Möglichkeit zu geben, ihre Werke mitzubringen.
10 Künstler sind dieser Einladung gefolgt und insgesamt 29 Arbeiten waren zu sehen.
Das Spektrum reichte dabei von der Kinderzeichnung bis zu den Werken international anerkannter Künstler.
Dabei mussten Unvereinbarkeiten vereinbart werden. Minimalistische, moderne und experimentelle Stücke waren ebenso zu sehen wie klassische Gemälde und Zeichnungen.
Nach dem Abbau begann im Internet die Hetze gegen die Ausstellung. Sämtliche Arbeiten wurden von Nazis pauschal als "entartete Kunst" bezeichnet.
Bereits am Mittwoch, den 17.07. 2013 findet die Ausstellungsreihe eine Fortsetzung, dann zeigt der Künstler "Greyden" eine Auswahl seiner sozialkritischen Zeichnungen.

Hier gibt es ein Video der Ausstellung

06 Juli 2013

Laudatio zur Ausstellung "LEERE GALERIE"

Gestern fand die Eröffnung der Ausstellung "Leere Galerie" statt. Für alle, die nicht da sein konnten, hier noch mal die Laudatio zum Nachlesen:

"Meine Damen und Herren
Liebe Künstler und Kunstfreunde
Liebe Gäste

Eine leere Galerie ist etwas sehr trauriges. Denn Galerien sind Orte, wo man sich trifft, um Kunst zu betrachten, sich zu unterhalten und vielleicht das eine oder andere Stück zu erwerben. Kurz gesagt, Orte, an denen Kunst lebt.
Jeder Galerist kennt das melancholische Gefühl, wenn eine Ausstellung abgebaut wurde, man noch einmal als Letzter durch die Räume geht, die Lichter ausmacht und abschließt.
Eine leere Galerie ist für einen Galeristen wie das weiße Blatt für den Künstler:
Es schreit nach dem Bild, nach Worten oder nach Noten.
Genau so schreit der leere Raum nach der nächsten Ausstellung.
Jede Ausstellung ist eine neue Herausforderung. Denn jede will für sich betrachtet werden. Man muß das Beste tun, um die jeweiligen Bilder so zu präsentieren, daß sie wirken, wie sie es verdienen.
Das Projekt "Leere Galerie" ist eine ganz besondere Herausforderung.
Ein leerer Raum, der die unterschiedlichsten Künstler einlädt, ihre Arbeiten vorzustellen.
Da müssen Unvereinbarkeiten vereinbart werden.
Da treffen die unterschiedlichsten Auffassungen und Aussagen aufeinander. Da trifft der Detailist auf den Minimalisten, der großartige Maler und Zeichner auf den Farbkleckser, Lebensfreude auf Weltschmerz und Verzweiflung.
Und so unterschiedlich die Künstler und ihre Werke sind, hat doch jeder und jedes seinen Platz und seine Berechtigung.
Ich muß gestehen, ich bin stolz darauf, die Gegensätze hier nebeneinander präsentieren zu dürfen und lade Sie gern dazu ein, die Werke zu betrachten, sich zu unterhalten, inspirieren zu lassen und den nicht mehr leeren Raum weiter zu füllen

Vielen Dank. "

Die Ausstellung "Leere Galerie" läuft noch bis zum 14.07. 2013 geöffnet ist jeweils von 14:00-18:00 Uhr
Kunst in der Ruine
Ziegenberg 6
09337 Hohenstein-Ernstthal

Hier gibt es ein Video der Laudatio

Hier gibt es noch ein paar Eindrücke der Ausstellung

27 Juni 2013

Comicrezension: "AVENGERS: Heldenfall"

"Offizielle Marvel-Comic-Sammlung" Band 34

Die Vorgeschichte zu diesem Buch:
Scarlet Witch, die Tochter von Magneto, hat zusammen mit dem synthetischen Helden Vision zwei Kinder, obwohl das unmöglich ist. Bei einem Kampf gegen Mephisto stellt sich heraus, daß sie in Wahrheit Splitter von Mephistos Seele sind. Zwar können die Rächer den Teufel bekämpfen, doch die Existenz der Kinder wird dabei beendet. Um Wanda zu schützen löschen die Rächer dieses Ereignis aus ihrem Gedächtnis.

Nun zu diesem Buch:
Der gefallene Superheld Jack of Hearts erscheint als Untoter auf dem Gelände der Rächer. Als Ant-Man mit ihm sprechen will, explodiert der Zombie und tötet Ant-Man.
Währenddessen dreht Tony Stark bei einer Rede vor den Vereinten Nationen durch. Obwohl er seit langer Zeit trocken ist, wirkt er wie betrunken.
Ein Teil der aktiven Rächer hat sich versammelt, um die Schäden der Explosion zu beseitigen. Dabei werden sie von Vision angegriffen, der ihnen noch sagen kann, daß ihn jemand gegen seinen Willen kontrolliert, bevor er zerstört wird. She-Hulk verliert die Kontrolle über sich und verhält sich wie der Hulk. Und Hawkeye wird bei einem Angriff der Kree getötet.
Jetzt erst taucht Dr. Strange auf und erklärt, daß Magie bei all diesen Vorfällen im Spiel war.
Captain America erkennt als erster, daß nur Scarlet Witch der Auslöser sein kann. Als sie sie finden, hat sie mit ihrer Magie eine Illusion ihrer Familie erschaffen. Und die verteidigt sie mit allen Mitteln.

Diese Geschichte war von Anfang an darauf ausgelegt, die Rächer vor die größte Tragödie ihrer Geschichte zu stellen. Und am Ende gibt es nur eine logische Konsequenz: Die Auflösung des Teams. Damit war der Weg frei für eine Neukonzeptionierung der Serie.

26 Juni 2013

Comicrezension: "Spider-Man: Die Geburt von Venom"

1996 gab ich es auf, Marvelcomics zu lesen und konzentrierte mich mehr auf die Helden von DC. Lediglich einzelne Ausgaben der Marvel-Helden fanden noch den Weg in meine Sammlung. Doch mit dem Start der "Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung" fand ich zu dieser alten Leidenschaft zurück.
Die Bände, liebevoll zusammengetragen, in festem Einband und mit sorgfältig recherchierten Hintergrundinfos zu Comic und Künstlern sind aber auch wunderschöne Sammlerstücke.
Ich werde die Bücher in loser Reihenfolge rezensieren. Die angegebenen Nummern beziehen sich auf die Sammelnummer auf dem Buchrücken, nicht auf die Reihenfolge des Erscheinens.

"Offizielle Marvel-Comic-Sammlung" Band 9

Vorgeschichte zu diesem Band:
Peter Parker hat das Studium geschmissen und sich mit seiner Tante May überworfen. Seine Beziehung zu Mary Jane Watson ist beendet und er ist mit der ehemaligen Diebin Black Cat zusammen.
Aus heiterem Himmel werden alle Superhelden und -schurken der Erde von dem geheimnisvollen Beyonder (entspricht etwa "Q" aus Star Trek) auf einen künstlich geschaffenen Planeten entführt, wo sie gegeneinander kämpfen müssen. Dort erhält Spiderman ein schwarzes Kostüm, das direkt auf seine Gedanken reagiert.

Nun zur eigentlichen Geschichte:
Die Helden kehren auf die Erde zurück. Black Cat lässt Versuche durchführen, um ihre Superkräfte zu wecken. Erst zu spät erfährt sie, daß ihr Gönner kein anderer ist als der Kingpin. Kingpins Vasall Rose engagiert den Auftragskiller Puma, um Spiderman zu töten. Nur mit Black Cats Hilfe kann Spiderman überleben. Doch Puma erkennt ihn nun am Geruch und greift Peter Parker in seiner Wohnung an. Mary Jane bekommt diesen Kampf mit und gesteht, daß sie schon lange von Peters Doppelleben wußte. Kingpin fordert Rose auf, den Puma zurück zu rufen. Rose verbündet sich mit dem Hobgoblin (einem Schurken, der die Rüstung des Green Goblin gestohlen und modifiziert hat) und intrigiert gegen den Kingpin.
Spidermans Kostüm verhält sich immer auffälliger. Auf einen Kommentar des Puma hin lässt Spiderman es von Reed Richards untersuchen. Sie stellen fest, daß es sich um eine symbiotische Lebensform handelt. Mit der Hilfe der Fantastic Four kann Peter sich von dem Kostüm lösen. Reed will es weiter untersuchen, doch das Kostüm kann nach einigen Wochen entkommen. Als es sich wieder mit Peter verbinden will, vertreibt er es mit dem Schall von Kirchenglocken. Das Kostüm flieht, doch als Peter durch den Lärm ohnmächtig wird, kommt es zurück und rettet ihn. Danach verschwindet es.
Der Journalist Eddie Brock bekommt viel Anerkennung, als er den Serienkiller Sin-Eater interviewt. Doch es stellt sich heraus, daß es nur ein Trittbrettfahrer war und nicht der wahre Sin-Eater. Brocks Karriere ist damit beendet. Er steigert sich in einen krankhaften Hass, der sich gegen die beiden Männer richtet, die den Schwindel aufgedeckt haben: Spiderman und Peter Parker. In einer Kirche denkt er über Selbstmord nach, doch dort trifft er ein Wesen, das seinen Hass teilt: das außerirdische Kostüm. Sie verbinden sich zu einen neuen Gegner: Venom!

Ende der 80er/Anfang der 90er änderten sich die Spidermancomics. Mehrere Handlungsstränge liefen parallel, was der Serie eine völlig neue Dynamik und Glaubwürdigkeit verlieh. Dafür war es für Quereinsteiger und Gelegenheitsleser natürlich schwieriger, den Spannungsbögen zu folgen. Das erschwert es auch, diese Geschichte in einem Buch kompakt zu erzählen und macht Kürzungen und Zusammenfassungen zwingend nötig. Dennoch wurden die Seiten auch genutzt, auf die menschliche Entwicklung der Characktere einzugehen, was zwar für die Venom-Geschichte unerheblich ist, aber für Spiderman unverzichtbar.

Die Darstellung Venoms im Film Spider-Man III war für viele Fans enttäuschend. Da wurde Venom als gewissenloser Amokläufer gezeigt und die intensive Beziehung zwischen Eddie Brock und dem Kostüm wurde überhaupt nicht beleuchtet.
In diesem Buch trifft der Leser wieder den Venom, den er liebt. Bleibt zu hoffen, daß auch die weitere Entwicklung dieser Figur noch einmal zum Thema in der Sammlung wird. Besonders die Geschichte "Der erste Mord" wäre ein Höhepunkt.

14 Juni 2013

Comicrezension: "STAR TREK - LEGION DER SUPERHELDEN"

Die Crew der ENTERPRISE unter Captain Kirk wird zur Erde zurück gerufen. Kirk soll einen Vortrag an der Sternenflottenakademie halten. Als sie herunter beamen, werden sie angegriffen. Sie finden sich auf einer ihnen fremden Erde wieder.
Die Legion der Superhelden reist durch den zeitlosen Limbo nach hause. Doch durch einen Defekt werden sie in die Vergangenheit geschleudert. Sie landen in einer Version der Vergangenheit, die sich jedoch so nie abgespielt hat bzw. abgespielt haben dürfte.
Beide Teams stoßen zusammen und machen nach ersten Mißverständnissen den wahren Gegner aus: Die Legion kennt ihn als den Superschurken Vandal Savage, Kirk hat ihn als Flint kennen gelernt.
Sie finden heraus, daß Flint das Gegenstück zu Vandal Savage aus einer anderen Realität ist. Durch unerklärte Umstände konnte Flint (Vorsicht, Spoiler) einen Q gefangen nehmen und dadurch das STAR TREK-Spiegeluniversum und das DC-Universum verschmelzen und sich zum intergalaktischen Herrscher machen. Spock und Brianiac-5 versuchen, Q zu befreien, um ein Paradoxon zu erzeugen, das die Realitäten wieder trennt.

Nach Grossovern mit DOCTOR WHO und dem Marvel-Universum ("STAR TREK: THE NEXT GENERATION - X-MEN")trifft STAR TREK nun auf das DC-Universum, vertreten durch die Legion der Superhelden aus dem 31. Jahrhundert. Eine passende Entscheidung, denn sucht man nach Gemeinsamkeiten, auf denen man aufbauen kann, sind die Föderation und die Vereinten Planeten am auffälligsten. Auch der unsterbliche Eroberer Savage-Flint ist ein Element, das in beiden Serien auftaucht.
Doch während Flint als Leonardo daVinci, Johann Sebastian Bach oder Jackson Pollock einen friedlichen Weg einschlug, war Vandal Savage als Julius Cäsar, Dshingis Khan oder als Drahtzieher hinter Napoleon und Hitler ein gnadenloser Usurpator.
Wie in Grossovern üblich sind die Verknüpfungen von Eigenarten der jeweiligen Serien fast interessanter als die eigentliche Handlung. Controller, die ein Bündnis mit den Organianern suchen, Krieg zwischen den Klingonen und den Khund, Talokianer im Dienst des irdischen Imperiums sind die kleinen Besonderheiten, die jeden Nerd glücklich machen.
Allein die Star Trek-Version der Finsteren Fünf aus diesem Alternativ-Universum ist den Kauf dieses Buches wert.

Meiner Meinung nach der schönste und am liebevollsten ausgearbeitete Gag ist, als Savage-Flint seinen Gefangenen die Sammlung von Zeitmaschinen und Dimensionsportalen zeigt, die er erbeutet hat. Hier finden sich neben Flashs Laufband (was man bei DC ja erwartet, wenn es um Zeitreisen geht) und dem Wächter der Ewigkeit (der zu Star Trek gehört) auch H.G. Wells Zeitreisestuhl, eine blaue Polizeibox, ein Delorian, ein Zeittunnel und ein Stargate.
Solche Details machen es zu einem wirklich großartigem Lesespaß sowohl für Fans von Superheldengeschichten als auch für Trekker

10 Juni 2013

Buchrezension: "Der Sog" von Jan Flieger

Karl Bennewitz ist ein gemachter Mann. Gemeinsam mit Vorgesetzten und kollegen nutzt er das Neuererwesen, um Arbeitsstunden vorzutäuschen und das Geld selbst einzustreichen. Doch als seine Frau dahinter kommt, daß er eine Affäre hat, droht sie ihm, den Betrug auffliegen zu lassen. Karl sieht nur einen Ausweg: Er muß Franziska, die gefährliche Mitwisserin und Erpresserin, loswerden.

Bennewitz ist für den Leser eine sehr interessante Figur. Auf der einen Seite fühlt man mit ihm, identifiziert sich mit ihm, auf der anderen verachtet man ihn für seine Schwächen und Fehler.

Jan Flieger war einer der erfolgreichsten Krimiautoren der DDR. Doch auch nach der Vereinigung der Bundesrepublik war Jan noch literarisch erfolgreich unterwegs.
Dieses Buch war sein erster Kriminalroman. Abgesehen davon, daß er sehr gut und flüssig zu lesen ist, ist schon das ein Grund, sich näher mit diesem Werk zu befassen.
Im Januar 2014 wird dieser Roman im Leipziger FHL-Verlag neu aufgelegt.

1988 wurde diese Geschichte in der Reihe "Der Staatsanwalt hat das Wort" unter dem Titel "Alles umsonst" verfilmt.

Für mich ist dieses Buch auch persönlich sehr wichtig.
Ich erinnere mich, daß ich mit acht Jahren am Ostseestrand Bierflaschen einsammelte, um mir von dem Pfandgeld am Strandkiosk die "Blaulicht"-Heftchen zu kaufen. Dazu gehörten auch einige von Jans Arbeiten. Wieder zu hause klaute ich meiner Mutter einige seiner Bücher, um sie heimlich in meinem Zimmer zu lesen.
Deswegen bedeutet es für mich viel, noch immer von ihm zu hören/lesen.

08 Juni 2013

DVD-Rezension: "The Last Stand" mit Arnold Schwarzenegger

Der ehemalige Drogencop Ray Owens ist inzwischen Sheriff in dem ruhigen Grenzstädtchen Sommerton Junction. Doch genau diesen Ort hat sich der Gangsterboss Cortez für seine Flucht nach Mexiko ausgesucht. Ohne Hilfe des FBI stellt sich Owens mit einer kleinen Gruppe der Bande.

Schwarzenegger ist zurück. Und das in einem richtig schön altmodischem Actionkracher. Trotz der modernen Optik erinnert der Film an die Klassiker des Action- und Westernfilms.
Humorlos, hart, blutig, geradlinig - So sollte ein Actionfilm sein.

Videostreams und Downloads haben es dem Markt für DVDs schwer gemacht. Rechtshinweise und Kopierschutz auf den Silberlingen nützten wenig dagegen.
Die Macher dieser Box haben genau das richtige getan, um diese DVD für den Käufer interessant zu machen.
Eine Stahlbox mit magnetischem 3D-Coverbild, 1 Poster, 3 Motivkarten, 7 Sticker und 1 massiver Sheriffstern mit Magnethalterung sind die kleinen Belanglosigkeiten, für die man gern ein paar Euro mehr ausgibt.
Von Bonusmaterial wie ungenutzten Szenen, Interview und Making of muß ich ja nicht erst reden.

Ach ja, schrieb ich "humorlos"? Platz für ein paar wenige, dafür umso bessere Gags bleibt immer noch.

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